Zielstellungen des Projekts ROREAS
Derzeit werden in den westlichen Industrienationen ca. 2–5% der gesamten Gesundheitskosten durch das Krankheitsbild Schlaganfall verursacht. Aufgrund des demographischen Wandels wird die Zahl der Schlaganfälle weiter steigen, gleichzeitig führt die gesellschaftliche Entwicklung weg von der Großfamilie und den damit bestehenden Möglichkeiten der Pflege in der Familie. Dadurch steigen auch die Erwartungen an die rehabilitative Nachsorge von Schlaganfallpatienten.
Ein neuer Trend ist hierbei das sogenannte Eigentraining der Patienten, von dem enormes therapeutisches und ökonomisches Potenzial erwartet wird.
Im Rahmen von ROREAS (Interaktiver RObotischer REha-ASsistent für das Lauf- und Orientierungstraining von Patienten nach Schlaganfällen) soll für ein solches Eigentraining ein robotischer Reha-Assistent zur Anwendung beim Lauf- und Orientierungstraining in der klinischen Schlaganfallnachsorge entwickelt werden. Der robotische Reha-Assistent begleitet stationäre Schlaganfallpatienten bei Laufübungen, um so die Mobilität der Patienten und gleichzeitig auch deren räumliches Orientierungsvermögen zu trainieren. Er beobachtet die Durchführung und dokumentiert das Training in abrechenbarer Weise. Mit diesem robotischen Reha-Assistenten sollen auch die Ängste der Patienten vor einer Selbstüberforderung („Komme ich sicher wieder zurück?“ „Kann ich das?“, „Verlaufe ich mich vielleicht im Gebäude?“) berücksichtigt werden, die auch Hinderungsgründe für ein Eigentraining sind.
Insgesamt erfordert das Vorhaben eine konsistente Integration von robuster autonomer Navigation in realen Umgebungen, leistungsfähiger und alltagstauglicher Mensch-Maschine-Interaktion und intuitiv verständlicher Assistenzfunktionalität mit personalisierten Trainingsprogrammen. Zudem sollen auch die akzeptanzhemmenden und fördernden Faktoren beim Einsatz eines solchen Reha-Assistenten ermittelt, sowie die medizinische Wirksamkeit analysiert werden.



Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung